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Bezirkskantorin Susanne Voß geht in den Ruhestand

Seit 1992 hat Bezirkskantorin Susanne Voss die kirchenmusikalische Arbeit in Eschwege und im Kirchenkreis Werra-Meißner geprägt. Mit ihrer außergewöhnlichen Begabung, alle Generationen, von Kindern bis zu Senioren, für das Singen zu begeistern und sie in den verschiedensten Chören anzuleiten, zu schulen und daraus einen gemeinsamen Chorklang zu formen, hat sie in den 33 Jahren ihrer Wirksamkeit eine große generationenübergreifende Chorarbeit aufgebaut. Bei den jährlichen konzertanten Aufführungen großer klassischer, aber auch zeitgenössischer Werke wirkten oft 80 Sängerinnen und Sänger im Alter zwischen 14 und 75 Jahren mit. Sie baute damit auf eine Tradition auf, die bereits ihre Vorgänger, die Kirchenmusiker Friedrich Hönsch und Siegried Neuber, ins Leben gerufen hatten. Die von ihr geleiteten Chor- und Orchesterkonzerte in der Neustädter Kirche waren regelmäßig ausverkauft. KMD Susanne Voss verstand es, sowohl Traditionen wie z.B. die Adventsvesper am ersten Samstag vor dem Ersten Advent, oder die Gestaltung der Christmette an Heiligabend in der Neustädter Kirche zu pflegen, als auch neue Ideen wie z.B. „20 Minuten aus Oper und Operette“ am Johannisfestfreitag in der Marktkirche zu etablieren. Bei Kindern und Publikum gleichermaßen beliebt waren Aufführungen von Kinder-Musicals. Dabei wurde sie von einem großen Kreis an Ehrenamtlichen, Eltern, aber auch aus dem Jungen Theater Eschwege und dem Arbeitskreis Open Flair unterstützt. Sie pflegte gute Kontakte zu Musikerinnen und Musikern in der Region, insbesondere zur katholischen Ökumene, der Musikschule Werra-Meissner und den zahlreichen Chorleiterinnen und Chorleitern kirchlicher und weltlicher Chöre. Als Bezirkskantorin war es ihr Anliegen, insbesondere die kleinen Chöre in der Region mit Rat und Tat zu unterstützen. Dabei hat so mancher Chor durch ihre Projektinitiativen neuen Schwung erhalten.

Musikalisch galt ihre Liebe den skandinavischen Klangwelten, wobei die Sprachvielfalt der nordischen Volkslieder die Chöre manchmal an ihre Grenzen brachte.

Als sensible Organistin begleitete sie viele Jahre an Orgel und Klavier die Gottesdienste in der Neustädter Kirche und in der Marktkirche. Ihre Art, den Gemeindegesang zu unterstützen oder neue Lieder anzuleiten war einzigartig: zurückhaltend, aber in Mimik, Gestik und Spiel äußerst präsent.

Der Titel „Kirchenmusikdirektorin“, den die Landeskirche ihr verlieh, ist mehr als verdient. Nun geht eine außergewöhnliche, bei Musikerinnen und Musikern wie Publikum gleichermaßen beliebte Kirchenmusikerin in den Ruhestand.

Der Gottesdienst mit ihrer Verabschiedung findet am Sonntag Invokavit, 22.02.2026 um 14.00 Uhr in der Neustädter Kirche statt. Im Anschluss laden Landeskirche, Kirchenkreis und Kirchengemeinde zu einem Empfang in das Gemeindehaus Rosengasse ein.